An unserem siebten Hochzeitstag saß ich rittlings auf meinem Mafia-Ehemann Lucian und küsste ihn leidenschaftlich. Meine Finger tasteten in der Tasche meines teuren Seidenkleides nach dem Schwangerschaftstest, den ich dort versteckt hatte. Ich wollte ihm die Nachricht von meiner unerwarteten Schwangerschaft erst am Ende des Abends sagen.
Da fragte Marco, Lucians rechte Hand, mit einem anzüglichen Lächeln auf Italienisch:
„Don, dein neuer kleiner Kanarienvogel, Sophia … wie schmeckt sie?“
Lucians spöttisches Lachen vibrierte durch meine Brust und jagte mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Ebenfalls auf Italienisch antwortete er:
„Wie ein unreifer Pfirsich. Frisch und zart.“
Seine Hand streichelte noch immer meine Taille, doch sein Blick war weit weg.
„Behaltet das unter uns. Wenn meine Donna davon erfährt, bin ich ein toter Mann.“
Seine Männer lachten wissend, hoben ihre Gläser und schworen, zu schweigen.
Die Wärme in meinem Blut verwandelte sich Stück für Stück in Eis.
Was sie nicht wussten: Meine Großmutter stammte aus Sizilien. Ich verstand jedes einzelne Wort.
Ich zwang mich, ruhig zu bleiben, und hielt das makellose Lächeln einer Donna aufrecht. Doch die Hand, die mein Champagnerglas umklammerte, zitterte.
Statt eine Szene zu machen, öffnete ich mein Handy, suchte die Einladung zu einem privaten internationalen medizinischen Forschungsprojekt heraus, die ich vor ein paar Tagen erhalten hatte, und tippte auf „Annehmen“.
In drei Tagen würde ich vollständig aus Lucians Welt verschwinden.