Drei Tage vor der Zeremonie steckte jemand den Brautladen in Brand, während ich dort mein Kleid anprobierte. Alpha Marcus warf den Täter ins Wolfsgefängnis, zur härtesten Strafe, die unser Gesetz erlaubte. Ich lag im Krankenbett, Verbrennungen dritten Grades am ganzen Körper. Ich wollte gar nicht aufwachen, denn mir war klar, wie schlimm ich entstellt war. Im Halbschlaf hörte ich, wie Marcus mit der Rudelheilerin sprach. „Alpha, wir können sie mit uralter Magie noch vollständig heilen. Wenn wir länger warten, trägt Sarah diese Narben für immer! Sie wollen nur, dass Rachel bei der Zeremonie Ihre Luna wird. Das ist grausam!“ „Die Narben bleiben. Ich sorge für sie, solange sie lebt. Aber heilen? Dann macht sie bei der Zeremonie garantiert Ärger.“ „Ich hab Rachel versprochen, dass ihr Welpe mit vollen Ehren ins Rudel aufgenommen wird. Nur wenn Sarah völlig entstellt ist, wird sie dankbar genug sein, Rachels Kind wie ihr eigenes aufzuziehen. Die Narben sind nötig. So traut sie sich wenigstens nicht, das Kind zu misshandeln.“ In der Zimmerecke, wo niemand hinsah, lief eine Träne über meine verbrannte Wange. Also das war die Wahrheit. Die Zeremonie, von der ich geträumt hatte, war eine Lüge. Die Gefährtenbindung, die ich ersehnte, würden mein Todesurteil sein. Wenn es so sein musste, würde ich ihm geben, was er wollte.